der gestrige donnerstag ist wieder ein kleiner meilenstein im dringend notwendigen widerstand gegen die unmenschliche asylpolitik in unserem land. in einer beispiellosen zugriffsaktion während des trainings des “fc sans papiers” wurden wieder einmal in völlig unakzeptabler weise menschen brutal verhaftet, um sie unverzüglich – noch am selben tag – in ein abschubflugzeug zu setzen.
eine detailierte übersicht findet ihr auf
FMO – freies medium ottensheim
dass dieser plan (zumindest vorerst) vereitelt wurde, ist der raschen und mutigen aktion von ca. 250 demonstrantInnen zu danken, die ein schubhaft-fahrzeug in wien hernals aufgehalten haben. die aktion war zwar nur kurzfristig erfolgreich, es wurde aber dann eine spontane demo daraus, an der sich später insgesamt ca. 500 menschen beteiligten.
das ist ein meilenstein: auch wenn die schubhäftlinge weiterhin inhaftiert sind, auch wenn über 40 aktivistInnen verhaftet wurden, das zeichen ist klar: wir akzeptieren es nicht, dass menschen, die bereits seit jahren friedlich in unserem land leben, einem permanenten psychoterror ausgesetzt werden.
in röthis kamen die abschiebepolizistinnen bei nacht, in wien auf dem fussballfeld. niemand der von abschiebung bedrohten menschen kann auch nur eine minute angstfrei sein: ob im schlaf, bei tag, bei nacht, bei freundInnen oder in der öffentlichkeit – immer geht die angst mit. das ist psychoterror.
in einem der tweets, über die sich die aktistInnen informieren konnten, war zu lesen “its time to act – now!”. tatsächlich ist es höchste zeit, dass wir auf die strasse gehen, um gegen diese unmenschliche asylpolitik und abschiebepraktiken vorzugehen. lange genug mussten wir zusehen, wie die stimmung in unserem land immer ausländerfeindlicher und rassistischer wird.
dank der zahlreichen aktivistInnen gestern in wien ist einmal mehr klar geworden, wie antifaschistische praxis heute funktioniert: spontan, rasch, vernetzt und flexibel.
wir müssen der kalten brutalität einer asylpolitik, die psychoterror und todesgefahren für die abgeschobenen in den zielländern einfach in kauf nimmt, antrepressive buntheit und vielfalt entgegensetzen: das ist den aktistInnen von gestern gelungen.
wie üblich werden wieder einige mit verfahren wegen widerstand gegen die staatsgewalt und weiteren “vergehen” verfahren angehängt bekommen. wie mit dem protest gegen die asylpolitk umgegangen wird, kennen wir u.a. auch von den vorgängen in salzburg.
wo recht zu unrecht wird, wird widerstand zur pflicht.
kein mensch ist illegal.
mit solidarischen grüssen nach wien!
immer mehr WIDERSTAND im FEKTERLAND!
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alexB
/ 2. Mai 2010Hi!
Find ich ne tolle Aktion! Würd mich freuen wenn wir sowas in Sbg auch schaffen würden: Also bei einer Abschiebung 10 Menschen haben die dagegen skandierne. Das sollte schaffbar sein oder?
Was aber vorher sicher wichtig wäre: Mit betroffenen Kontakt aufnehmen bzw mit Menschen die mit AsylwerberInnen Kontakt haben. Und gemeinsam diskutieren was Sinn macht, oder obs nicht manches schlimmer macht…
lg
stefan
wiki
/ 3. Mai 2010ein sehr guter videobericht von der aktion findet sich hier: http://tinyurl.com/2v6a6bu
bernhard
/ 5. Mai 2010mit jedem menschen, den wir abschieben, verlieren wir
wir verlieren menschlichkeit.
ein kurs der schneller fällt
als aktienkurse oder euro.
ein wert
den wir kaum merken
im alltag im getriebe im stress
also könnten wir es fast übersehen.
also können wir fast drauf verzichten.
mit jedem menschen
den wir abschieben
verlieren wir nur menschlichkeit
ein wert
ein wert?
was ist uns ein mensch wert?
wenn wir genügend abgeschoben haben
werden wir endlich
wertlos
sein
entmenschlicht